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Sternkarte und Horoskop widersprechen sich? Das prüfst du

Wenn Sternkarte und Horoskop unterschiedliche Namen für dieselbe Planetenposition nennen, hilft zuerst ein Blick auf die Einteilung: Sternbild, tropisches oder siderisches Zeichen.

Ein Smartphone mit schematischer Sternkarte liegt auf einem nächtlichen Beobachtungstisch neben einem astrologischen Kreis mit zwölf gleich großen Abschnitten.

Die Sternkarte zeigt einen Planeten in einem anderen Zeichen als dein Horoskop? Prüfe zuerst, was die beiden Anzeigen benennen. Die Karte kann ein Sternbild meinen, während dein Horoskop ein Tierkreiszeichen angibt. Beide verwenden vertraute Namen, teilen den Himmel aber unterschiedlich ein. Mit den folgenden Kontrollen findest du heraus, welche Angaben du tatsächlich vergleichst.

1. Lies die Legende deiner Sternkarte

Tippe den betreffenden Planeten an und schau nach, worauf sich der angezeigte Name bezieht. Steht dort ausdrücklich „Sternbild“? Oder siehst du lediglich einen großen Schriftzug zwischen Sternen und Verbindungslinien? Ein solcher Schriftzug sagt noch nichts über das astrologische Zeichen des Planeten aus.

Die Internationale Astronomische Union, kurz IAU, definiert Sternbilder als Himmelsgebiete mit festgelegten Grenzen. Die bekannten Strichfiguren zwischen einzelnen Sternen veranschaulichen dagegen ein Motiv. Ihre Linien legen die Grenzen des Sternbilds nicht fest.

Stellarium zeigt den Unterschied anschaulich: Dort lassen sich Verbindungslinien, Sternbildgrenzen und künstlerische Darstellungen getrennt anzeigen. Suche in deiner eigenen App nach der Beschreibung dieser Ebenen. Die Bezeichnungen und Menüs unterscheiden sich je nach Anwendung und Version.

2. Beim tropischen Tierkreis beginnt Widder am Frühlingspunkt

Prüfe nun die Einstellungen oder Erläuterungen deines Horoskops. Verwendet es den tropischen Tierkreis, beginnt das Zeichen Widder am Frühlingspunkt: an der Sonnenposition zur März-Tagundnachtgleiche.

Von diesem Ausgangspunkt aus folgen zwölf gleich große Zeichen mit jeweils 30 Grad. Diese Einteilung beschreibt die astrologischen Zeichen Widder, Stier, Zwillinge und so weiter. Die gleichnamigen astronomischen Sternbilder haben dagegen unterschiedliche Formen und Größen.

Für deinen Vergleich heißt das: Eine Angabe wie „im Widder“ braucht ihren Zusammenhang. Im tropischen Horoskop bezeichnet sie einen bestimmten Abschnitt des Tierkreises. Auf einer astronomischen Karte kann sie das Himmelsgebiet innerhalb der Widder-Sternbildgrenzen meinen. Der gleiche Name allein macht die Angaben noch nicht vergleichbar.

3. Auch siderische Zeichen haben jeweils 30 Grad

Steht im Horoskop „siderisch“, richtet sich der Ausgangspunkt des Tierkreises nach dem Sternhintergrund. Auch dieser Tierkreis besteht aus zwölf gleich großen Zeichen zu jeweils 30 Grad.

Siderisch bedeutet deshalb nicht automatisch „nach den Sternbildgrenzen der IAU“. Die siderischen Zeichen bleiben gleich große Abschnitte; die astronomischen Sternbilder sind unterschiedlich groß. Diese Unterscheidung ist beim Abgleich mit einer Sternkarte entscheidend.

Warum unterscheiden sich tropische und siderische Angaben? Durch die Präzession, eine langsame Änderung der Ausrichtung der Erdachse, verschiebt sich der Frühlingspunkt gegenüber dem Sternhintergrund. Die beiden Ausgangspunkte verändern dadurch allmählich ihre Lage zueinander.

4. Suche bei siderischen Angaben nach der Ayanamsha

Vergleichst du zwei siderische Horoskope, prüfe zusätzlich die Ayanamsha. Sie bezeichnet den gewählten Versatz gegenüber dem tropischen Tierkreis. Unterschiedliche Festlegungen dieses Versatzes führen zu unterschiedlichen siderischen Positionen.

In den Einstellungen begegnen dir beispielsweise die Namen Lahiri oder Fagan/Bradley. Astrodienst erläutert mehrere solcher Varianten. Wenn ein Dienst Lahiri verwendet und ein anderer Fagan/Bradley, hast du eine weitere mögliche Erklärung für abweichende Angaben gefunden.

Notiere deshalb neben „siderisch“ auch den Namen der Ayanamsha. Damit kannst du gezielt prüfen, ob beide Horoskope denselben Maßstab verwenden.

5. Stelle denselben Planeten und Zeitpunkt ein

Erst jetzt lohnt sich der direkte Abgleich. Öffne in beiden Anzeigen dasselbe Objekt: Venus mit Venus, Mond mit Mond. Kontrolliere anschließend Datum, Uhrzeit und Zeitzone.

Bei Stellarium Web läuft die angezeigte Zeit standardmäßig weiter, wie der Leitfaden der University of Iowa erläutert. Für den Vergleich mit einem gespeicherten Horoskop stellst du den gewünschten Zeitpunkt ein und hältst den Zeitlauf an. Prüfe für die lokale Himmelsansicht außerdem den Beobachtungsort.

Lege dir beim nächsten Vergleich eine kurze Notiz daneben: Objekt – Zeitpunkt – Sternbild oder Zeichen – tropisch oder siderisch – gegebenenfalls Ayanamsha. Bleibt danach eine Abweichung, kannst du dem Anbieter eine präzise Frage mit den beiden Anzeigen und ihren Einstellungen schicken.

Quellen